IPO – Vielseitigkeitssport

IPO – Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde (GHd) nach der internationalen Prüfungsordnung für Gebrauchshunde (IPO)

Wenn das Team Hund/Mensch noch weiteres Interesse an der Zusammenarbeit gefunden hat, gibt es natürlich noch viele Möglichkeiten zum gemeinsamen Sport.

Eine Möglichkeit ist der Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde. Diese Ausbildung erfordert viel Sachverstand, Selbstdisziplin, Geduld, Einfühlungsvermögen, und das Wichtigste, man muss das Verhalten des eigenen Hundes genau kennen.

Das erfolgreiche Ablegen einer Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest (BH/VT) ist die Grundvoraussetzung in den Einstieg jeglicher angebotenen Prüfung der IPO.

Der Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde ist in drei Disziplinen aufgeteilt:

  1. Abteilung A ist die Fährtenarbeit. Dabei sucht der Hund eine vom Hundeführer (IPO 1) bzw. von einem Fährtenleger (IPO 2, IPO 3, FH) gelegte Fährtenspur auf einer Wiese oder auf einem Acker. Der Abstand zwischen Hund und Hundeführer muss 10 Meter betragen, entweder an einer Fährtenleine oder auch freisuchend. Auf der Fährte werden genormte Gegenstände ausgelegt, die der Hund anzeigen muss. Bei diesem Verweisen der Gegenstände darf der Hund entweder stehen, sitzen oder liegen oder den Gegenstand aufnehmen und zum Hundeführer zurückbringen.

Fährte DSC02459 FährteDSC02460 DSC02455

Übungen zur Fährte (Gabi und Lisa, Berit und Gina)
  1. Abteilung B ist die Unterordnung. Hier werden die Übungen der Begleithundeprüfung (BH) weitergeführt. Das Schema der Freifolge wird übernommen. Zu den technischen Übungen der BH „Sitz“ und „Platz“ kommt die Übung „Steh“ hinzu. Je nach Prüfungsstufe wird die Übung „Platz“/„Steh“ aus dem Normalschritt oder Laufschritt gezeigt. Anschließend wird auf ebener Erde, über eine Meterhürde und über die Schrägwand ein Holz apportiert. Eingangs wird die Schussgleichgültigkeit des Hundes überprüft: während der Ablage und in der Freifolge auf der ersten Gerade des Freifolgeschemas, werden 2 Schüsse (Kaliber 6 mm) in einer Entfernung von mindestens 15 Schritten zum Hund  abgegeben.
db_PB2128287

„Fuß“ gehen

db_PB2128417_highres

Apportieren auf ebener Erde

db_PB2128317

Apportieren Hürde

DSC02485

Apportieren Schrägwand

Beendet wird die Unterordnung mit der „Voraus“-Übung. Dabei wird der Hund nach einer Entwicklung von 10 – 15 Schritten ans andere Ende vom Hundeplatz geschickt und auf Hörzeichen (HZ) „Platz“ vom Hundeführer legt sich der Hund ab.

DSC02490

„Voraus“

  1. Abteilung C ist der Schutzdienst. Im Schutzdienst wird der Beutetrieb des Hundes angesprochen. Der Hund wird schon in frühem Alter gefördert, erst sogenannte Beißwürste aus Jute und später den Juteüberzug des Schutzarmes als Beute anzusehen. Dabei wird trainiert, dem Hund im hohen Beutetrieb Gehorsam zu vermitteln.

Zitat Wikipedia: Als Schutzhund bezeichnet man einen Haushund, der eine Schutzhundausbildung durchlaufen und mit einer Reihe von Prüfungen erfolgreich abgeschlossen hat. … Im Schutzhundesport geht es vor allem darum, den geführten Hund zu einem auch in Extremsituationen gehorsamen Begleiter zu trainieren. Der Hund im Schutzhundesport lernt nicht, Menschen zu beißen, sondern er erbeutet vielmehr Schutzärmel. …
Abgrenzung Schutzhund/Schutzdienst im Landeshundegesetz NRW:
… Bei der Schutzdienst- oder Sporthundeausbildung wird lediglich der Beutetrieb des Hundes gereizt und seine bereits erlernte Unterordnung (Gehorsam) auch und gerade in Trieb- und unter Stresssituationen überprüft. Dieser Schutzdienst- oder Sporthundeausbildung muss in jedem Fall eine Begleithundeausbildung vorausgehen, in der der Hund lernt, Hörzeichen seines Halters umfassend zu folgen und auf Umweltreize sicher und ruhig zu reagieren. (Verwaltungsvorschriften zum Landeshundegesetz  (VV LHundG NRW) RdErl. Des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz –VI-7 – 78.01.52 – vom 02. Mai 2003.

DSC02537 Foto 3 DSC00237 DSC02393 DSC03029

Fotos: Sambas Belohnung, Shari zeigt Stellen und Verbellen, Stellen und Verbellen von Lui, Gina mit erbeutetem Ärmel, Grando beim Revieren

Nach der neuen Prüfungsordnung kann jede Abteilung auch als eigene Prüfung abgelegt werden (FPr 1 -3, Fährtenprüfung, jeweils nur Abteilung A, UPr 1 – 3, Unterordnungsprüfung jeweils nur Abteilung B und SPr 1 – 3, Schutzdienstprüfung, jeweils nur Abteilung C)

Die IPO Prüfung besteht aus allen drei Abteilungen. Bei den Schwierigkeitsgraden, IPO 1, IPO 2, IPO 3, werden die Anforderungen stetig gesteigert. Hat der Hundeführer mit seinem Hund die IPO 3 nach intensivem Training abgelegt, ist dem Ganzen noch kein Ende gesetzt: Hund und Hundeführer können auf überregionalen Prüfungen wie Pokalkämpfen, Kreisausscheidungen, Landesmeisterschaften, etc ihr Können unter Beweis stellen.

Prüfungsveranstaltungen und Wettbewerbe sollen Gesundheit und Fitness fördern und erhalten; dies ist wichtig für Sport und Leistungszucht. Sportliches Verhalten wird im Hundesport groß geschrieben.

Im Rahmen einer Prüfung wird vom Leistungsrichter (LR) der Ausbildungsstand des vorgeführten Hundes beurteilt. Es wird Wert gelegt auf die Selbstsicherheit, die Triebveranlagung, Belastbarkeit und Führigkeit eines Hundes (siehe Prüfungsordnung IPO).

Prüfungsangebot der IPO seit 2012: (siehe Prüfungsordnung IPO, Quelle: Leitfaden für die internationalen Gebrauchshundeprüfungen und die internationale Fährtenhundeprüfung der FCI)

  • Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest und Sachkundeprüfung ( BH/VT)
  • Internationale Gebrauchshundeprüfung Stufe A IPO A 1 – 3 (nur Abteilung B und C)
  • IPO ZTP       Internationale Zuchttauglichkeitsprüfung
  • IPO V           Internationale Gebrauchshundeprüfung Vorstufe
  • IPO 1 – 3     Internationale Gebrauchshundeprüfung
  • FH 1 – 2       Fährtenhundprüfung
  • IPO – FH      Internationale Fährtenhundprüfung
  • STp 1 – 3     Stöberprüfung

Einzelprüfung ohne Erlangung eines Ausbildungskennzeichen:

  • FPr 1 – 3      Fährtenhundprüfung, Abteilung A
  • UPr 1 – 3      Unterordnungsfprüfung, Abteilung B
  • SPr 1 – 3      Schutzdienstprüfung, Abteilung C

Jede Prüfung kann beliebig oft wiederholt werden. Die Prüfungsstufen sind der Reihe nach abzulegen (Stufe 1 – 3). Zur nächst höheren Prüfungsstufe darf der Hund erst nach bestandener niedriger Prüfungsstufe vorgeführt werden. Der Hund muss immer in der höchsten erreichten Prüfungsstufe geführt werden. Ausnahmen sind UPr, SPr, FH 1 – 2 und IPO-FH.

Jede Prüfung beginnt mit der Unbefangenheitsprobe und erstreckt sich bis zur Siegerehrung.

Unbefangenheitsprobe (siehe Begleithundeprüfung (BH))